Bundesverdienstorden Holocaustüberlebende Renate Aris Chemnitz Gratulation

Landesverband gratuliert der Chemnitzerin Renate Aris zum Bundesverdienstorden

Dresden, 3. März 2026. Die Chemnitzerin Renate Aris ist eine der letzten Holocaust-Überlebenden in Sachsen. Am 3. März wurde sie für ihre Verdienste mit dem Bundesverdienstorden ausgezeichnet. Ekaterina Kulakova, Vorsitzende des Landesverbandes Sachsen der Jüdischen Gemeinden, gratulierte ihr zu der Auszeichnung und würdigte sie mit den Worten:  

Renate Aris mit dem Bundesverdienstorden. Ebenfalls im Bild: Der Chemnitzer Gemeinderabbiner Michael Jedwabny, Landesverbands-Präsidiumsmitglied Elena Gaft und Landesverbandsvorsitzende Ekaterina Kulakova (v.l.)

„Renate Aris widmet ihre Kraft und ihre Zeit mit großem Engagement der Zukunft unseres Landes. Mit bewundernswerter Offenheit sucht sie das Gespräch mit den Menschen – ehrlich, zugewandt und stets im respektvollen Austausch. Diese Begegnungen mit der Holocaust-Überlebenden sind gerade für die junge Generation wichtig. Solche Gespräche schenken Orientierung und stärken das Bewusstsein dafür, wie wichtig es ist, ein demokratisches, gerechtes und lebenswertes Deutschland zu bauen. Ich kenne Renate Aris seit vielen Jahren persönlich und schätze sie sehr. Sie ist ein mutiger, warmherziger und zutiefst engagierter Mensch. Den Landesverband Sachsen der Jüdischen Gemeinden erfüllt es mit großer Freude und Stolz, dass Renate Aris mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet wurde.“

Der Verdienstorden wird vom Bundespräsidenten verliehen, Renate Aris erhielt die besondere Auszeichnung aus den Händen von Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer. Zur Begründung hieß es: „Ein zentraler Pfeiler ihres Wirkens ist ihre jahrzehntelange Tätigkeit als Stimme der Aufklärung. Trotz ihres hohen Alters tritt sie sachsen- und bundesweit in Schulen und Bildungseinrichtungen auf, um jungen Generationen die Gräuel der NS-Zeit authentisch und fundiert zu vermitteln. Als „Brückenbauerin“ und gefragte Ratgeberin in der gesellschaftspolitischen Jugendbildung verleiht sie der Mahnung „Nie wieder ist jetzt“ eine starke, persönliche Stimme. Zudem widmete sie sich intensiv dem Wiederaufbau der Jüdischen Gemeinde Chemnitz und der Integration jüdischer Zuwanderer, insbesondere durch den von ihr mitbegründeten Jüdischen Frauenverein. Renate Aris erwarb sich damit herausragende Verdienste um das Gemeinwohl.“

Kooperation gegen Antisemitismus Landesverband Sachsen der Jüdischen Gemeinden und Hochschule der Sächsischen Polizei

Landesverband Sachsen der Jüdischen Gemeinden startet Workshops gegen Antisemitismus an Polizeihochschule

Dresden, 28. Januar 2026. Das Sächsische Staatsministerium des Innern und der Landesverband Sachsen der Jüdischen Gemeinden haben am 28. Januar einen Kooperationsvertrag zur Bekämpfung von Antisemitismus unterzeichnet. Ziel der Vereinbarung ist eine langfristige und kontinuierliche Zusammenarbeit, um antisemitischen Einstellungen und Straftaten in Sachsen wirksam zu begegnen und jüdisches Leben zu stärken.

Nach der Unterschreibung des Kooperationsvertrags: Landespolizeipräsident Jörg Kubiessa, Landesverband-Vorsitzende Ekaterina Kulakova und ihr Stellvertreter Konstantin Zahariev (von rechts nach links).

Zwischen April und Juni werden zunächst gemeinsam mit dem Dresdner Verein Hatikva und dem Kulturbüro Sachsen zehn ganztägige Workshops an der Hochschule der Sächsischen Polizei (FH) durchgeführt. Diese richten sich an Polizeikommissaranwärterinnen und -anwärter sowie Masterstudierende der Polizei Sachsen. Die Veranstaltungen vermitteln fundierte Kenntnisse zu Formen und Ideologien des Antisemitismus und stärken die Handlungskompetenz der Polizei im Umgang mit Betroffenen.

Die Seminare werden fundierte Kenntnisse zu Wesen, Erscheinungsformen und Ideologien des Antisemitismus vermitteln und die Handlungskompetenz der Polizei im professionellen und sensiblen Umgang mit Betroffenen stärken.

Landespolizeipräsident Jörg Kubiessa sagte dazu: „Der Schutz jüdischen Lebens ist eine wichtige Aufgabe der sächsischen Polizei. Deshalb heben wir mit der neu gefassten Kooperation erfolgversprechende Möglichkeiten für umfangreiche Aus- und Fortbildungsmaßnahmen zwischen Polizei und den jüdischen Gemeinden zur Stärkung der interkulturellen Kompetenzen geschaffen. Mit diesem Schritt unterstreichen wir das gegenseitige Vertrauen und das gemeinsame Verantwortungsgefühl.“

Die Vorsitzende des Landesverbandes Sachsen der Jüdischen Gemeinden, Ekaterina Kulakova, betonte:  „Wenn mir jemand vor zehn Jahren gesagt hätte, dass die Polizei zum Beispiel Weihnachtsmärkte und andere große Feiern so massiv schützen muss, hätte ich das nicht geglaubt. Heute ist das Realität. Ganz kritisch ist die Gefährdung jüdischer Einrichtungen. Eine verständnisvolle und hoch sensible Zusammenarbeit zwischen dem Landesverband Sachsen der Jüdischen Gemeinden und der sächsischen Polizei ist vor diesem Hintergrund sehr wichtig. Durch die Workshops bekommen die angehenden Polizisten nicht nur praktische Unterstützung, sondern auch einen Einblick in das jüdische Leben heute und in die Sorgen der jüdischen Gemeinschaft. Landespolizeipräsident Jörg Kubiessa gilt großer Dank, dass er den Weg der engen Kooperation geht.“

Die neue Kooperation knüpft an das erfolgreiche Projekt „Klug gegen Antisemitismus“ an, das die Polizei Sachsen gemeinsam mit dem Landesverband Sachsen der Jüdischen Gemeinden zwischen 2022 und 2024 umgesetzt hat.

Der Landesverband Sachsen der Jüdischen Gemeinden bringt in die Kooperation bewusst auch eine Betroffenenperspektive ein. Beabsichtigt ist, das Vertrauen jüdischer Bürgerinnen und Bürger in staatliche Institutionen – insbesondere in die Polizei – zu stärken. (Quelle: Gemeinsame Pressemitteilung des sächsischen Innenministeriums und des Landesverbandes Sachsen der Jüdischen Gemeinden)