ISRAEL JUDEN 7. OKTOBER MEDIENKRIEG ESTHER SCHAPIRA GEORG HAFNER CHEMNITZ

Der 7. Oktober, die Juden und der Medienkrieg

Chemnitz, 22. April 2026. „Die Medien sind effektiver als Raketen, Flugzeuge und Drohnen, wenn es darum geht, den Feind zum Rückzug zu zwingen und Herzen und Köpfe zu beeinflussen“. Dieses Credo verkündete der damalige iranische Revolutionsführer, Ayatolla Ali Khamenei schon im März 2024. Er ergänzte: „Jeder Krieg ist ein Medienkrieg und wer den gewinnt, gewinnt jeden Krieg“. 

Ist dieser Krieg verloren? Immerhin gab es seit der Shoa Eine nie eine solche Welle an Antisemitismus weltweit, unterfüttert und begleitet von ungezügeltem Hass auf Israel und alle Juden in der Kultur, in den sozialen Medien und in akademischem Gewand an Hochschulen. Welche Verantwortung tragen auch seriöse Medien für diese Entwicklung? Die TV-Journalisten und Publizisten Esther Schapira und Georg M. Hafner beschreiben diesen Medienkrieg und seine verheerenden Folgen für unsere Gemeinschaft – in einem Vortrag mit anschließender Diskussion am 20. Mai 2026, 18 bis 20 Uhr im TIEZ, Moritzstraße 20, Chemnitz. Der Eintritt ist frei, aber nur nach Anmeldung hier möglich.

Esther Schapira war leitende Fernsehredakteurin bei der ARD (Hessischer Rundfunk) und Kommentatorin der Tagesthemen. Schwerpunkt ihrer redaktionellen Arbeit sowie als Filmemacherin und als Autorin sind die Themen Shoa, Rechtsextremismus, Islamismus, Israel und Nahost. Sie ist Trägerin des Elisabeth-Selbert Preises, der Buber-Rosenzweig Medaille und der Theodor-Lessing-Medaille und wurde u.a. mit dem Prix Europa, dem Civis-Preis und beim New York Film Festival ausgezeichnet. Zu ihren ausgezeichneten Filmen gehören „Das Kind, der Tod und die Wahrheit – wer erschoss Mohammed Al Durah?“, „Der Tag als ich ins Paradies wollte“, „Der Tag als Theo van Gogh erschossen wurde“. Seit 2021 ist sie freie Autorin und Moderatorin in Frankfurt a.M.

Georg M. Hafner war seit 1988 leitender Fernsehredakteur bei der ARD und ist Autor zahlreicher Filmdokumentationen, zuletzt des Dokumentarfilms „München 1970 – Als der Terror zu uns kam“. Für seine Filme erhielt er u.a. den Grimme-Preis, den Bayerischen Fernsehpreis, den Prix Europa und den Premios Ondas. Er ist Träger der Buber-Rosenzweig-Medaille. Seit 2013 ist er freier Autor und Publizist in Frankfurt a.M.

Zu seinen Buchveröffentlichungen zusammen mit Esther Schapira gehören u.a. „Die Akte Alois Brunner“ (Campus/Rowohlt), „Das Kind, der Tod und die Medienschlacht um die Wahrheit – Der Fall Mohammed al-Durah“ (Edition Critic 2014), „Israel ist an allem schuld“ (Eichborn/Lübbe 2015). Beide sind regelmäßige Autor*innen der Jüdischen Allgemeinen Zeitung.

Rafael Seligmann Keine Schonzeit für Juden Buchvorstellung Chemnitz Dresden

Rafael Seligmann stellt sein neues Buch in Sachsen vor

Dresden, April 2026. „Keine Schonzeit für Juden – die Antwort eines Betroffenen“, so lautet der Titel des neuen Buchs von Rafael Seligmann. Die Konrad-Adenauer-Stiftung, Bildungsforum Sachsen, holt zusammen mit dem Landesverband Sachsen der Jüdischen Gemeinden K.d.ö.R. den Schriftsteller, Politologen und Historiker nach Sachsen. Am 20. April, 18 Uhr, stellt er sein Buch in der Volkshochschule Chemnitz (Moritzstraße 20) vor. Der Eintritt ist frei, aber nur nach Anmeldung hier möglich. Am 21. April, 18 Uhr, ist er in der Dresdner Dreikönigskirche (Hauptstraße 23) zu Gast. Der Eintritt ist ebenfalls frei, aber nur nach Anmeldung hier möglich. Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme.

Bundesverdienstorden Holocaustüberlebende Renate Aris Chemnitz Gratulation

Landesverband gratuliert der Chemnitzerin Renate Aris zum Bundesverdienstorden

Dresden, 3. März 2026. Die Chemnitzerin Renate Aris ist eine der letzten Holocaust-Überlebenden in Sachsen. Am 3. März wurde sie für ihre Verdienste mit dem Bundesverdienstorden ausgezeichnet. Ekaterina Kulakova, Vorsitzende des Landesverbandes Sachsen der Jüdischen Gemeinden, gratulierte ihr zu der Auszeichnung und würdigte sie mit den Worten:  

Renate Aris mit dem Bundesverdienstorden. Ebenfalls im Bild: Der Chemnitzer Gemeinderabbiner Michael Jedwabny, Landesverbands-Präsidiumsmitglied Elena Gaft und Landesverbandsvorsitzende Ekaterina Kulakova (v.l.)

„Renate Aris widmet ihre Kraft und ihre Zeit mit großem Engagement der Zukunft unseres Landes. Mit bewundernswerter Offenheit sucht sie das Gespräch mit den Menschen – ehrlich, zugewandt und stets im respektvollen Austausch. Diese Begegnungen mit der Holocaust-Überlebenden sind gerade für die junge Generation wichtig. Solche Gespräche schenken Orientierung und stärken das Bewusstsein dafür, wie wichtig es ist, ein demokratisches, gerechtes und lebenswertes Deutschland zu bauen. Ich kenne Renate Aris seit vielen Jahren persönlich und schätze sie sehr. Sie ist ein mutiger, warmherziger und zutiefst engagierter Mensch. Den Landesverband Sachsen der Jüdischen Gemeinden erfüllt es mit großer Freude und Stolz, dass Renate Aris mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet wurde.“

Der Verdienstorden wird vom Bundespräsidenten verliehen, Renate Aris erhielt die besondere Auszeichnung aus den Händen von Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer. Zur Begründung hieß es: „Ein zentraler Pfeiler ihres Wirkens ist ihre jahrzehntelange Tätigkeit als Stimme der Aufklärung. Trotz ihres hohen Alters tritt sie sachsen- und bundesweit in Schulen und Bildungseinrichtungen auf, um jungen Generationen die Gräuel der NS-Zeit authentisch und fundiert zu vermitteln. Als „Brückenbauerin“ und gefragte Ratgeberin in der gesellschaftspolitischen Jugendbildung verleiht sie der Mahnung „Nie wieder ist jetzt“ eine starke, persönliche Stimme. Zudem widmete sie sich intensiv dem Wiederaufbau der Jüdischen Gemeinde Chemnitz und der Integration jüdischer Zuwanderer, insbesondere durch den von ihr mitbegründeten Jüdischen Frauenverein. Renate Aris erwarb sich damit herausragende Verdienste um das Gemeinwohl.“

Kooperation gegen Antisemitismus Landesverband Sachsen der Jüdischen Gemeinden und Hochschule der Sächsischen Polizei

Landesverband Sachsen der Jüdischen Gemeinden startet Workshops gegen Antisemitismus an Polizeihochschule

Dresden, 28. Januar 2026. Das Sächsische Staatsministerium des Innern und der Landesverband Sachsen der Jüdischen Gemeinden haben am 28. Januar einen Kooperationsvertrag zur Bekämpfung von Antisemitismus unterzeichnet. Ziel der Vereinbarung ist eine langfristige und kontinuierliche Zusammenarbeit, um antisemitischen Einstellungen und Straftaten in Sachsen wirksam zu begegnen und jüdisches Leben zu stärken.

Nach der Unterschreibung des Kooperationsvertrags: Landespolizeipräsident Jörg Kubiessa, Landesverband-Vorsitzende Ekaterina Kulakova und ihr Stellvertreter Konstantin Zahariev (von rechts nach links).

Zwischen April und Juni werden zunächst gemeinsam mit dem Dresdner Verein Hatikva und dem Kulturbüro Sachsen zehn ganztägige Workshops an der Hochschule der Sächsischen Polizei (FH) durchgeführt. Diese richten sich an Polizeikommissaranwärterinnen und -anwärter sowie Masterstudierende der Polizei Sachsen. Die Veranstaltungen vermitteln fundierte Kenntnisse zu Formen und Ideologien des Antisemitismus und stärken die Handlungskompetenz der Polizei im Umgang mit Betroffenen.

Die Seminare werden fundierte Kenntnisse zu Wesen, Erscheinungsformen und Ideologien des Antisemitismus vermitteln und die Handlungskompetenz der Polizei im professionellen und sensiblen Umgang mit Betroffenen stärken.

Landespolizeipräsident Jörg Kubiessa sagte dazu: „Der Schutz jüdischen Lebens ist eine wichtige Aufgabe der sächsischen Polizei. Deshalb heben wir mit der neu gefassten Kooperation erfolgversprechende Möglichkeiten für umfangreiche Aus- und Fortbildungsmaßnahmen zwischen Polizei und den jüdischen Gemeinden zur Stärkung der interkulturellen Kompetenzen geschaffen. Mit diesem Schritt unterstreichen wir das gegenseitige Vertrauen und das gemeinsame Verantwortungsgefühl.“

Die Vorsitzende des Landesverbandes Sachsen der Jüdischen Gemeinden, Ekaterina Kulakova, betonte:  „Wenn mir jemand vor zehn Jahren gesagt hätte, dass die Polizei zum Beispiel Weihnachtsmärkte und andere große Feiern so massiv schützen muss, hätte ich das nicht geglaubt. Heute ist das Realität. Ganz kritisch ist die Gefährdung jüdischer Einrichtungen. Eine verständnisvolle und hoch sensible Zusammenarbeit zwischen dem Landesverband Sachsen der Jüdischen Gemeinden und der sächsischen Polizei ist vor diesem Hintergrund sehr wichtig. Durch die Workshops bekommen die angehenden Polizisten nicht nur praktische Unterstützung, sondern auch einen Einblick in das jüdische Leben heute und in die Sorgen der jüdischen Gemeinschaft. Landespolizeipräsident Jörg Kubiessa gilt großer Dank, dass er den Weg der engen Kooperation geht.“

Die neue Kooperation knüpft an das erfolgreiche Projekt „Klug gegen Antisemitismus“ an, das die Polizei Sachsen gemeinsam mit dem Landesverband Sachsen der Jüdischen Gemeinden zwischen 2022 und 2024 umgesetzt hat.

Der Landesverband Sachsen der Jüdischen Gemeinden bringt in die Kooperation bewusst auch eine Betroffenenperspektive ein. Beabsichtigt ist, das Vertrauen jüdischer Bürgerinnen und Bürger in staatliche Institutionen – insbesondere in die Polizei – zu stärken. (Quelle: Gemeinsame Pressemitteilung des sächsischen Innenministeriums und des Landesverbandes Sachsen der Jüdischen Gemeinden)

Erinnerung an Siegmund Rotstein 100 Geburtstag Jüdische Gemeinde Chemnitz Landesverband Sachen

Erinnerung an Siegmund Rotstein

Chemnitz, Dezember 2025. Mit einem Empfang und einem Podiumsgespräch erinnerte die Stadt Chemnitz anlässlich seines 100. Geburtstags an den langjährigen Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde, Siegmund Rotstein (1925 – 2020). Ab 1990 war er auch Vorsitzender des Landesverbandes Sachsen-Thüringen der Jüdischen Gemeinden bzw. später des sächsischen Landesverbandes. Der Chemnitzer Oberbürgermeister Sven Schulze sagte, jüdisches Leben habe seinen festen Platz in der Stadt. Das sei mit der Verdienst von Siegmund Rotstein, dem der Stadtrat 2007 die Ehrenbürgerschaft zuerkannt hatte. Am Podiumsgespräch nahmen Siegmund Rotsteins Tochter, Marion Rotstein, Holocaustüberlebende Renate Aris, der frühere Chemnitzer Oberbürgermeister Peter Seifert und der Historiker Jürgen Nitsche teil. Sie würdigten den Holocaustüberlebenden, der aus dem Ghetto Theresienstadt nach Chemnitz zurückkehrte und ab 1952 vier Jahrzehnte lang die Jüdische Gemeinde leitete.

Trauer um CDU Politiker Lothar Klein Fürsprecher jüdische Gemeinschaft Israel

Trauer um Lothar Klein

Dresden, 5. Dezember 2025. Sachsens jüdische Gemeinschaft trauert mit um den kürzlich verstorbenen CDU-Politiker Lothar Klein (1956-2025). Mit ihm verlieren wir einen engen Freund und einen Fürsprecher mit klarer Haltung. Er ist nie müde geworden, vor wachsendem Antisemitismus zu warnen. Ebenso wie die Mahnung war ihm die Solidarität mit Israel Herzenssache. Er bereiste den jüdischen Staat unzählige Male und setzte sich stets für ein positives und angemessenes Bild des Landes ein. Bis zuletzt war er als Ehrenvorsitzender des von ihm mitbegründeten Vereins Sächsische Israelfreunde aktiv. Lothar Klein wurde am 2. Dezember 2025 auf dem Friedhof an der Kreuzkirche in Dresden-Weißig beigesetzt. Sein Andenken möge ein Segen sein.

Keine Schonzeit für Juden Buch von Rafael Seligmann Lesungen in Dresden und Leipzig

Rafael Seligmann liest aus seinem neuen Buch in Dresden und Leipzig

Dresden/Leipzig, 4. September 2025. „Keine Schonzeit für Juden – die Antwort eines Betroffenen“, so lautet der Titel des neuen Buchs von Rafael Seligmann. Die Konrad-Adenauer-Stiftung, Bildungsforum Sachsen, holt zusammen mit dem Landesverband Sachsen der Jüdischen Gemeinden K.d.ö.R. den Schriftsteller, Politologen und Historiker für zwei Lesungen nach Sachsen. Diese finden in Dresden am 24. September und in Leipzig am 25. September statt. Der Eintritt ist frei. Interessenten können sich für beide Abend unter www.kas.de/sachsen anmelden. Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme.

Wann ist Kritik an Israel antisemitisch Vortrag

Die rote Linie – wenn Kritik an Israel zu Antisemitismus wird

Dresden, 27. August 2025. An jedem Tag des Kriegs gegen die Terror-Organisation Hamas wird Israel und die Regierung des Landes kritisiert (ganz anders als die Hamas). Wo aber liegt die Grenze zwischen möglicher Kritik und Antisemitismus? Nina Fridman vom Landesverband Sachsen der Jüdischen Gemeinden hielt folgenden Vortrag am 25. August 2025 im Rahmen des Israel-Sonntags in der Dresdner Kreuzkirche, organisiert von der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Dresden e.V.. Hier der komplette Vortrag, aus dem unter Angabe der Quelle zitiert werden darf.

Alle Zeitungen beschäftigen sich mit dem Krieg gegen die Terrororganisation Hamas. Die Berichterstattung ist aber unterschiedlich (Illustration).

Ich beginne mit einer Geschichte. Eine Schlagzeile kann die Welt entzünden.

Am 17. Oktober 2023, nur zehn Tage nach den Hamas-Angriffen, meldete die New York Times: „Israelischer Angriff tötet Hunderte in Krankenhaus, sagen palästinensische Behörden.“ Die BBC titelte ähnlich: „Hunderte bei israelischem Angriff auf Krankenhaus im Gazastreifen getötet.“ Genannt wurde die Zahl 500, direkt von den Hamas-Behörden.

Binnen Stunden war das Narrativ überall. Millionen sahen es auf dem Handy. Sprechchöre übernahmen es. Die Straße reagierte, bevor Fakten vorlagen. 

In Amman stürmten Menschenmengen auf die israelische Botschaft zu. In Istanbul und Beirut kam es zu Zusammenstößen. In Tunis brannten Flaggen, während Demonstranten Israel des „Völkermords“ beschuldigten. Am nächsten Tag versammelten sich Hunderte in London. In Berlin wurden die Proteste gewalttätig – 65 Polizisten wurden verletzt. Und in den frühen Morgenstunden flogen zwei Molotowcocktails auf eine Berliner Synagoge.

Tage später kam die Wahrheit ans Licht. Mehrere forensische Analysen zeigten: Eine fehlgeleitete Rakete, abgefeuert vom Islamischen Dschihad aus dem Gazastreifen selbst, war auf dem Krankenhausparkplatz explodiert.

Die erste Geschichte war falsch. Die Korrektur kam leise – der Schaden war längst da.

Geschriene Anklage, geflüsterte Korrektur: Das Muster der Verzerrung

Das ist kein Einzelfall. Am 25. Juli dieses Jahres brachte die New York Times eine Titelgeschichte über Hungersnot. Im Zentrum: das Foto eines schwer unterernährten Jungen aus dem Gazastreifen. Die Bildsprache erinnerte bewusst an Opfer der NS-Konzentrations- und Vernichtungslager. Gepaart mit Kommentaren über „Völkermord“ war die Botschaft klar: Dies war nicht nur ein tragischer Krieg; dies war ein einzigartig böser jüdischer Staat.

Tage später folgte eine Anmerkung: Das Kind hatte erhebliche Vorerkrankungen – ein entscheidender Kontext, der fehlte. 

Wo erschien dieses Update? Nicht auf dem Haupt-X-Account der New York Times mit 55 Millionen Followern, sondern auf einem Neben-X-Account mit 88 Tausend. 

55 Millionen gegen 88 Tausend! Die Anklage wurde geschrien. Die Korrektur wurde geflüstert.

Die Zahl als Waffe: Wie Behauptungen zu „Fakten“ werden

Die Voreingenommenheit steckt auch in den täglichen Zahlen. Gemeint sind die Opferzahlen aus Gaza.

Es beginnt mit einer Gesamtzahl der Hamas-Behörden – dem Apparat, der beim Krankenhausfall gelogen hat. Diese Zahl trennt nicht zwischen Zivilisten und Hamas-Terroristen. Dann setzt die Verstärkung ein. Medien wiederholen die Zahl. Die UN zitiert die Medien. Politiker zitieren die UN. Der Ursprung bei der Hamas verschwindet. Aus einer Behauptung wird scheinbare Tatsache.

Währenddessen wird der Kontext ausgelöscht – keine Erinnerung daran, wie die Hamas kämpft, aus Schulen und Krankenhäusern heraus, oder warum dieser Krieg am 7. Oktober begann, mit Geiseln, die immer noch in ihren Tunneln festgehalten werden.

Wenn die Öffentlichkeit eine große Zahl ohne Aufschlüsselung hört, stellt sie sich verständlicherweise nur zivile Opfer vor. Israel wird als alleiniger Aggressor dargestellt. 

Das ist nicht ein Ausrutscher. Das ist die Erschaffung eines systematischen, irreführenden Narrativs.

Klartext: Was keine legitime Kritik ist

Wo überschreitet Kritik die Grenze zum Antisemitismus? Lassen Sie es mich klar sagen: Kritik an der israelischen Politik ist legitim. Aber es gibt eine Grenze, die durch drei Dinge definiert wird: Dämonisierung, Delegitimierung und doppelte Standards.

Das Foto des hungernden Kindes, aufgeladen mit Holocaust-Bildern, ist Dämonisierung. Die unkritische Nutzung von Hamas-Quellen für Krankenhaus und Opferzahlen ist ein doppelter Standard. Stellen Sie sich vor, große Medien würden russischen Angaben zum Ukraine-Krieg sofort trauen. Ihre Alarmglocken würden läuten. Bei Israel aber gilt plötzlich: Hamas-Quellen sind zuverlässig. Das ist die neue, schockierende Normalität.

Reden wir Klartext:

Es ist keine legitime Kritik, von Israel „sofortigen Kriegsstopp“ zu fordern und die Ursachen auszublenden. Erstens: Die Hamas hält noch Geiseln – erst Freilassung, dann Waffenstillstand. Zweitens: Die Hamas regiert noch Gaza – wie die Nazis 1945 nicht in Deutschland bleiben konnten, kann die Hamas 2025 nicht in Gaza bleiben.

Es ist keine legitime Kritik, Israel für einen Krankenhaus-Angriff zu verurteilen und die Hamas-Tunnel darunter zu verschweigen.

Es ist keine legitime Kritik, einen Schlag nahe einer UN-Einrichtung zu verurteilen und das Hamas-Kommandozentrum darunter zu ignorieren, das Strom aus dem UN-Netz bezog.

Es ist keine legitime Kritik, Israel für getötete Journalisten verantwortlich zu machen und zu vergessen, dass ein Teil dieser Hamas-Operative waren – oder sogar Geiselnehmer.

Es ist keine legitime Kritik, Israel für „Hungersnot“ verantwortlich zu machen und die bewusste Instrumentalisierung von Nahrungsmitteln durch die Hamas zu übergehen.

Diese „Kritik“ löscht die Hamas aus dem Bild und macht Israel zum Monster.  Das ist keine Kritik. Das ist Antisemitismus im modernen Gewand.

Drei Regeln gegen die Manipulation

Was können wir als Bürger tun? Drei einfache Gewohnheiten helfen.

Erstens: Zeit nehmen. Bei explosiven Behauptungen: 24 Stunden warten – nicht sofort eine Meinung posten, Emotionen zurückstellen.

Zweitens: Nicht sofort trauen – auch nicht den Mainstream-Medien. Prüfen Sie mehrere, voneinander unabhängige Quellen.

Drittens: Gleiche Lautstärke. Wer die erste Geschichte geteilt hat, muss die Korrektur mit derselben Energie teilen.

Wenn der Fehler herausgeschrien wurde, muss auch die Richtigstellung herausgeschrien werden.

Quellen zu diesem Vortrag:

1 https://web.archive.org/web/20231017181014/https:/www.nytimes.com/

2 https://web.archive.org/web/20231017182939/https:/www.nytimes.com/ 

3 https://web.archive.org/web/20231017181111/https:/www.bbc.com/news/ 

4 https://www.deutschlandfunk.de/mehr-als-60-polizisten-verletzt-reul-cdu-spricht-von-irrer-lage-100.html 

5 https://www.tagesspiegel.de/berlin/molotowcocktails-auf-berliner-synagoge-geworfen-innensenatorin-spranger-sieht-angriff-auf-grundfeste-unseres-miteinanders-10642945.html 

6 https://web.archive.org/web/20250123115920/https:/www.nytimes.com/2023/10/23/pageoneplus/editors-note-gaza-hospital-coverage.html 

7 https://static01.nyt.com/images/2025/07/25/nytfrontpage/scan.pdf 

8 https://honestreporting.com/another-photo-another-lie/ 

9 https://x.com/NYTimesPR/status/1953573569230999734 

10 https://x.com/nytimes 

11 https://nypost.com/2025/05/19/world-news/israel-likely-killed-hamas-leader-mohammed-sinwar-in-gaza-offensive/ 

12 https://nypost.com/2024/02/11/news/israel-uncovers-tunnels-beneath-unrwas-headquarters-in-gaza/ 

13 https://aish.com/the-journalist-who-was-a-hamas-terrorist/ 

Gratulation an die Holocaust-Überlebende Renate Aris zum 90. Geburtstag

Glückwunsch an Renate Aris zum 90. Geburtstag

Chemnitz, 25. August 2025. Eine der letzten Holocaust-Überlebenden in Sachsen feierte am 25. August 2025 ihren 90. Geburtstag. Um Renate Aris zu gratulieren, kamen am Montag rund 100 Menschen in die Räume der Jüdischen Gemeinde Chemnitz, unter anderem der Präsident des Sächsischen Landtags, Alexander Dierks, der Chemnitzer Oberbürgermeister Sven Schulze und die Vorsitzende des Landesverbandes Sachsen der Jüdischen Gemeinden, Ekaterina Kulakova. 

Zu den Gratulanten gehörten neben Gemeindevorstand und -mitgliedern, Familie sowie Freunden unter anderem auch Vertreter der Jüdischen Kulturtage Chemnitz und des Vereins Ukrainisches Haus. Der neue Gemeinderabbiner Michael Jedwabny sang das Lied „Yeruschalaim schel-zahav“, der Gemeindechor intonierte „Le-Dor va-Dor“ und „Osseh Schalom“.

Als Höhepunkt trug sich Renate Aris in das Goldene Buch der Stadt Chemnitz ein – ihr Name war darin bereits seit einigen Jahren enthalten. Nun bekam sie eine eigene Seite. 

Grußworte aus Chemnitz und Kirjat Bialik

Die Vorsitzende der Gemeinde, Ruth Röcher, sagte: „Wer sich mit der Geschichte der jüdischen Gemeinden in der DDR und in Sachsen beschäftigt, stößt unweigerlich auf den Namen Aris. Ein kurzer Name mit langer Geschichte und großer Bedeutung. Das Einbringen in das jüdische Leben wurde Renate Aris in die Wiege gelegt. Davon profitiert seit 50 Jahren die Jüdische Gemeinde Chemnitz. Sie hat mehrere ehrenamtliche Aufgaben übernommen und war immer bereit, im Namen der Gemeinde, für die Gemeinde, für das Judentum und für Israel aufzustehen und ihre Treue und Liebe kundzutun. Renate Aris tritt trotz ihrer zarten und kleinen Erscheinung laut und stark vor. Sie hat zu allem eine Meinung, die sie gerne mitteilt.“ Renate Aris sei das bekannteste Mitglied der Gemeinde, über sie wurde sogar in japanischen Medien berichtet. Ruth Röchers Geburtstagswunsch an Renate Aris: „Mach weiter so! Mit viel Freude und Gesundheit bereichere unser Leben. Mazal tov, bis 120!“

Der Chemnitzer Gemeinderabbiner Michael Jedwabny sagte: „Ihre Arbeit und Ihr Engagement sind ein Band, das Generationen miteinander verbindet, das Erinnerungen bewahrt und Werte weiterträgt. Sie haben nicht nur die Vergangenheit gehütet, sondern auch an der Zukunft gebaut. Es gibt ein Sprichwort im Judentum: Wer ein einziges Leben rettet, rettet eine ganze Welt. Aber es gibt auch Menschen, die allein durch ihr Beispiel, durch ihre Ausstrahlung und ihre Taten Hunderte inspirieren. Menschen, die Gemeinschaften zusammenhalten und stärken. Renate Aris ist einer dieser Menschen.“

Der Chemnitzer Oberbürgermeister Sven Schulze sagte in seiner Geburtstagsansprache: „Ihre Stimme ist ein Schatz, ein Vermächtnis und eine Mahnung. Wir ehren heute auch die Verantwortung, die Renate Aris an uns übergibt.“

Eli Dukorsky, Bürgermeister der Chemnitzer Partnerstadt Kirjat Bialik im Norden Israels, schickte eine Video-Botschaft an Renate Aris. Darin heißt es unter anderem: „Du gehörst zu einer Generation starker Menschen, die alles gesehen haben und die sich aus der Schwierigkeit erhoben und ein neues Leben aufgebaut haben. Deine menschliche Wärme ist ein Segen für alle. Ich bin froh, das Privileg zu haben, eine Frau wie dich zu kennen.“

Jubilarin bittet um Spenden für gute Zwecke in Israel

Die Jubilarin wünscht sich statt Sachgeschenken eine Spende für den Jüdischen Nationalfonds (Keren Kayemeth le-Jisrael), mit deren Hilfe Bäume in den Bergen bei Jerusalem gepflanzt werden. Auch Spenden für das Museum der Chemnitzer Partnerstadt Kirjat Bialik, den Beit Katz, sind willkommen. Für Spenden kann das Konto der Jüdischen Gemeinde Chemnitz (IBAN DE378709 621 4 0300 002013) genutzt werden. Bitte als Verwendungszweck „Renate Aris für Jerusalem und Kirjat Bialik“ angeben. Spendenbescheinigungen sind möglich.

20 Familienangehörige in der Schoa ermordet

Renate Aris kam 1935 in Dresden als Tochter von Susanne und Helmut Aris und als Schwester von Heinz-Joachim Aris zur Welt. Als Kind erlebte sie die Ausgrenzung und Entrechtung von Juden in Sachsen. Am 16. Februar 1945 sollte sie mit ihren Eltern und ihrem Bruder in ein Konzentrationslager deportiert werden. Die alliierten Luftangriffe auf Dresden retteten der Familie das Leben, ermöglichten ihr die Flucht vor dem sicheren Tod. Renate Aris ist eine der sehr wenigen, die als Kind den Holocaust überlebt haben. 20 Familienangehörige wurden in der Schoa ermordet.

„Wir sind zur Gemeindearbeit erzogen worden“

Nach Kriegsende blieb die Familie Aris in der Sowjetischen Besatzungszone und später in der DDR. Sowohl Heinz-Joachim Aris als auch Renate Aris engagierten sich jahrzehntelang mit Hingabe für die jüdische Gemeinschaft. Renate Aris war von 1988 bis 2003 stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Jüdischen Gemeinde Chemnitz, außerdem jahrelang Präsidiumsmitglied des Landesverbandes Sachsen der Jüdischen Gemeinden. „Wir sind zur Gemeindearbeit erzogen worden“, sagt sie. Ihr Leitsatz lautet: „Nicht warten, bis andere etwas machen, sondern selbst mittun.“

Gründerin des ersten Jüdischen Frauenvereins

1999 gründete sie den Jüdischen Frauenverein, den ersten in den neuen Bundesländern. „Mir ging es darum, jüdische Bildung und jüdisches Wissen zu vermitteln – auf eine vergnügliche Art und Weise“, sagt sie. Mit der Zuwanderung aus den Nachfolgestaaten der Sowjetunion war der Bedarf daran in der Gemeinde sprunghaft gewachsen. Zu den Themen gehörten unter anderem die  Geschichte der Juden in Sachsen, die koschere Küche oder die Staatsgründung von Israel. 1875 hatte sich der erste Jüdische Frauenverein in Chemnitz gegründet, er bestand bis zur Auflösung durch die Nazis 1939. 

Vor mehr als 600 Schulklassen Zeugnis abgelegt

Renate Aris ist eine gefragte Zeitzeugin. Bis heute stand sie vor mehr als 600 Schulklassen und berichtete vor Menschen aus allen Bevölkerungskreisen über den Nationalsozialismus und die Vernichtung jüdischen Lebens in Nazi-Deutschland. Trotz ihres Alters ist sie dieser Aufgabe treu geblieben. Erst vor wenigen Wochen hielt sie an der TU Dresden im Rahmen der Jüdischen Campuswoche Mitteldeutschland einen Vortrag, ebenso vor einem vollen Saal in der Alten Börse Leipzig. Das große Interesse erfüllt sie mit Freude und die Treffen mit jungen Leuten halten sie in Bewegung, wie sie sagt. „Wichtig ist, dass dieses Zeugnis von ihnen weitergegeben wird.“ Aktuell setzt sie sich für den Wiederaufbau des Alten Leipziger Bahnhofs in Dresden als Erinnerungs-, Begegnungs- und Lernort ein. Von dort starteten in der Nazi-Zeit Deportationszüge in die Gettos und Vernichtungslager. 

Trägerin des Sächsischen Verdienstordens

2016 wurde Renate Aris mit dem Sächsischen Verdienstorden ausgezeichnet, unter anderem für ihre Beteiligung am Wiederaufbau der Jüdischen Gemeinde Chemnitz nach der Friedlichen Revolution. Außerdem wurde ihr Engagement für die Bildungsarbeit gewürdigt. 2022 erhielt sie den Ehrenpreis des Chemnitzer Friedenspreises für ihre Lebensleistung.