Landesverband Sachsen Jüdische Gemeinden 100 Jahre Feier Sächsischer Landtag Dresden

100 Jahre Landesverband Sachsen der Jüdischen Gemeinden – so war die Feier im Sächsischen Landtag

Dresden, 16. September 2026. Der Sächsische Landtag und der Landesverband Sachsen der Jüdischen Gemeinden K. d. ö. R. Haben am 16. September gemeinsam mit Abgeordneten, Vertretern der jüdischen Gemeinden, Vertretern des gesellschaftlichen Lebens und geladenen Gästen eine Feierstunde anlässlich 100 Jahre Landesverband Sachsen der Jüdischen Gemeinden im Plenarsaal des Sächsischen Landtags begangen.  Nach einer Begrüßungsansprache von Landtagspräsident Alexander Dierks ergriff Ekaterina Kulakova, die Vorsitzende des Landesverbands Sachsen der Jüdischen Gemeinden, das Wort. 

Im Mittelpunkt der Feierstunde standen die Redebeiträge von Jüdinnen aus zwei Generationen: Renate Aris als 1935 in Dresden geborene Zeitzeugin sowie Katrin Ikhilman, Jahrgang 2000, aus Leipzig als Vertreterin der jungen Generation. Die musikalisch von der Chemnitzer Yankele Kapelle und dem Leipziger Blockflötisten Menashe Lukin umrahmte Feierstunde endete mit einem Gebet des Landesrabbiners Zsolt Balla für das Volk Israel und Deutschland sowie einem Schlusswort des Landtagspräsidenten. Im Anschluss luden der Landtag und der Landesverband zu einem Stehempfang im Restaurant Chiavieri.

Hier gibt es die komplette Feierstunde als Video.

Hier einige fotografische Eindrücke:

Synagogenfest Dresden Jüdische Gemeinde Rückkehr Synagoge und Gemeindezentrum Festkonzert 100 Jahre Landesverband Sachsen der Jüdischen Gemeinden

Synagogenfest in Dresden: Jüdische Gemeinde feiert Rückkehr in Synagoge und Gemeindezentrum – Festkonzert und Empfang zu 100 Jahre Landesverband Sachsen der Jüdischen Gemeinden

Dresden, 11. September 2026. Mit einem Synagogenfest begeht die Jüdische Gemeinde zu Dresden am 14. September 2026 die Rückkehr in ihre Synagoge und das Gemeindezentrum. Nach mehrjähriger Bauzeit konnten die Gemeinde und die Geschäftsstelle des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden in Sachsen, der an diesem Tag auch seiner staatlichen Anerkennung als Körperschaft des öffentlichen Rechts vor 100 Jahren gedenkt, die Gebäude wieder beziehen. Mit dem Synagogenfest wird dieser wichtige Schritt nun gemeinsam mit Ehrengästen und Wegbegleitern gewürdigt.

Ekaterina Kulakova, Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde zu Dresden sowie des Landesverbandes Sachsen der Jüdischen Gemeinden, und Landesverbands-Geschäftsführer Domokos Szabó freuen sich, dass die Bauarbeiten in Synagoge und Gemeindezentrum beinahe abgeschlossen und damit eine Rückkehr und die Feier  von 100 Jahren Landesverband möglich sind. Foto: Norbert Millauer

Im Mittelpunkt der seit Januar 2023 durchgeführten Baumaßnahmen stand insbesondere die Verbesserung der baulich-technischen Sicherheit. Grundlage hierfür waren die Empfehlungen des Landeskriminalamtes Sachsen. Zugleich mussten die besonderen architektonischen Anforderungen des mehrfach ausgezeichneten Synagogenbaus sowie zwischenzeitlich erhöhte Anforderungen unter anderem an Brand- und Arbeitsschutz berücksichtigt werden.

Sicherheit in Synagoge und Gemeindezentrum Dresden verbessert

Die Bauphase stellte die Jüdische Gemeinde vor erhebliche Herausforderungen. Neben den Folgen der Corona-Pandemie und deutlich gestiegenen Bau- und Energiekosten wirkten sich auch die seit dem terroristischen Angriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 nochmals gestiegenen Anforderungen an den Schutz jüdischer Einrichtungen auf das Vorhaben aus.

Der Landesverband der Jüdischen Gemeinden in Sachsen würdigt das vor dem Abschluss stehende Bauvorhaben als wichtigen Schritt für die dauerhafte Sicherung jüdischen Gemeindelebens in Dresden. Der Schutz jüdischer Einrichtungen ist angesichts fortbestehender antisemitischer Bedrohungen eine gemeinsame und dauerhafte Aufgabe von Staat und jüdischen Gemeinden. Dazu Ekaterina Kulakova, Vorsitzende des Landesverbandes Sachsen der Jüdischen Gemeinden: „Wir schätzen die Unterstützung, die wir für unsere Sicherheit erhalten, sehr. Besonders in letzter Zeit, in der der Antisemitismus im alltäglichen Leben, aber auch auf politischer Ebene, so rasant zugenommen hat. Enorm wichtig ist für uns jede Art der Unterstützung: der Schutz jüdischen Lebens seitens des Landes Sachsen, aber auch die Unterstützung von sächsischen Bürgern, die uns schriftlich und persönlich erreicht. Viele machen sich mit Blick auf die politische Entwicklung Sorgen.“

Kultusminister Clemens zur Unterstützung der jüdischen Gemeinden

Kultusminister Conrad Clemens erklärt: „Jüdisches Leben gehört zu Sachsen. Es muss bei uns frei, sichtbar und vor allem sicher gelebt werden können. Der Freistaat steht deshalb fest an der Seite der Jüdischen Gemeinden. Die umfassenden Sicherungsmaßnahmen an Synagoge und Gemeindezentrum in Dresden sind Ausdruck dieser besonderen Verantwortung. Mein Dank gilt der Jüdischen Gemeinde zu Dresden und dem Landesverband, die während der langen Bauzeit erhebliche Belastungen auf sich genommen haben. Dass beide nun wieder an diesen für das jüdische Leben in Dresden so wichtigen Ort zurückkehren konnten, ist ein gutes und wichtiges Zeichen.“

Der Freistaat Sachsen unterstützt die Jüdischen Gemeinden bei der Sicherung ihrer Einrichtungen sowohl finanziell als auch fachlich. Für baulich-technische Sicherungsmaßnahmen und personelle Sicherheitsdienstleistungen werden Mittel aus dem Haushalt des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus bereitgestellt. Das Landeskriminalamt begleitet die Gemeinden durch fachliche Sicherheitsberatung und aktualisiert seine Empfehlungen entsprechend der jeweiligen Gefährdungslage. Hinzu kommen lageabhängige Maßnahmen des polizeilichen Objektschutzes.

Die besondere Verantwortung des Freistaates für den Schutz jüdischen Lebens ist eine dauerhafte staatspolitische Aufgabe. Nach dem rechtsextremistischen Anschlag auf die Synagoge in Halle am 9. Oktober 2019 wurden die Schutzmaßnahmen für jüdische Einrichtungen erneut umfassend bewertet und weiterentwickelt. Zu konkreten Sicherungsmaßnahmen und zur jeweiligen Gefährdungsbewertung können aus Sicherheitsgründen keine näheren Angaben gemacht werden.

Offenes Festkonzert anlässlich 100 Jahre Landesverband der Jüdischen Gemeinden

Interessierte haben am 14. September 2026 eine besondere Möglichkeit, die Synagoge zu besuchen. Ab 18 Uhr findet eine Feierstunde mit anschließendem Festkonzert statt. Nach den Festreden von Alexander Dierks (Präsident des Sächsischen Landtages), Mark Dainow (Vize-Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland) und Ekaterina Kulakova (Vorsitzende des Landesverbandes Sachsen der Jüdischen Gemeinden und der Jüdischen Gemeinde zu Dresden) wird die Neue Jüdische Kammerphilharmonie Dresden unter der Leitung von Michael Hurshell Werke verfemter und verfolgter jüdischer Komponisten spielen. Auf dem Programm stehen Werke von Erwin Schulhoff, Alexander Zemlinsky, Felix Mendelssohn, Franz Schreker und Erich W. Korngold.

An dem Abend werden außerdem zwei Ausstellungen eröffnet: In der Synagoge ist die Gemälde-Reihe Alef-Bet rund um die Buchstaben des hebräischen Alphabets von Liselotte Theil-Hurshell zu sehen, während im Gemeindezentrum die Dresdner KIW-Gesellschaft in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung eine Schau anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Landesverbands präsentiert. Pressevertreter sind zu dem Abend ausdrücklich eingeladen. 

Wichtiger Hinweis: Beginn ist am 14. September 2026 um 18 Uhr. Der Eintritt für die Feierstunde und das Konzert ist frei. Gäste müssen sich jedoch zwingend unter sekretariat@jg-dresden.org anmelden. Zeitiges Kommen ist empfohlen, die Sicherheitskontrolle startet 17 Uhr. 

100 Jahre Landesverband Sachsen der Jüdischen Gemeinden Feierstunde Sächsischer Landtag

Landesverband Sachsen der Jüdischen Gemeinden feiert 100 Jahre – Fest im Sächsischen Landtag

Dresden, 8. September 2026. Der Sächsische Landtag und der Landesverband Sachsen der Jüdischen Gemeinden K. d. ö. R. begehen gemeinsam mit Abgeordneten, Vertretern der jüdischen Gemeinden, Vertretern des gesellschaftlichen Lebens und geladenen Gästen eine Feierstunde 100 Jahre Landesverband Sachsen der Jüdischen Gemeinden am 16. September 2026 Plenarsaal des Sächsischen Landtags.  Nach einer Begrüßungsansprache von Landtagspräsident Alexander Dierks ergreift Ekaterina Kulakova, die Vorsitzende des Landesverbands Sachsen der Jüdischen Gemeinden, das Wort.

Im Mittelpunkt der Feierstunde stehen die Redebeiträge von Jüdinnen aus zwei Generationen: Renate Aris als 1935 in Dresden geborene Zeitzeugin sowie Katrin Ikhilman, Jahrgang 2000, aus Leipzig als Vertreterin der jungen Generation. Die musikalisch von der Chemnitzer Yankele Kapelle und dem Leipziger Blockflötisten Menashe Lukin umrahmte Feierstunde endet mit einem Gebet des Landesrabbiners Zsolt Balla für das Volk Israel und Deutschland sowie einem Schlusswort des Landtagspräsidenten.

Hintergrund zum Jahrestag: Die einheitliche jüdische Interessenvertretung im Freistaat Sachsen blickt auf eine 100-jährige Geschichte zurück. Am 13. September 1926 wurde die Vorgängerorganisation Sächsisch Israelitischer Gemeindeverband als Körperschaft des öffentlichen Rechts anerkannt – ein wichtiger Meilenstein für Jüdinnen und Juden auf dem Weg zur Gleichberechtigung. Bis zur Machtübergabe an die Nationalsozialisten stieg die Zahl der in Sachsen lebenden Jüdinnen und Juden auf 20.500 an. Nach 1933 waren von der Entrechtung, Verfolgung und Vernichtung auch die jüdischen Organisationen betroffen.

Nur wenige Überlebende des Holocausts kehrten nach Sachsen zurück oder wurden hier befreit. Im geteilten Deutschland waren die Gemeinden im Osten im Verband der Jüdischen Gemeinden in der DDR organisiert. Der Landesverband Sachsen der Jüdischen Gemeinden entstand in seiner heutigen Verfassung nach der Friedlichen Revolution und der Wiedervereinigung. Er ist die Dachorganisation für die drei jüdischen Einheitsgemeinden in Dresden, Leipzig und Chemnitz. Außerdem ist der Chabad Lubawitsch Sachsen e.V. Kooperationspartner des Landesverbandes. Die Gemeinden haben aktuell rund 2.300 Mitglieder. Der Landesverband Sachsen der Jüdischen Gemeinden widmet sich insbesondere:

• den sozialen, kulturellen und religiösen Belangen seiner Mitglieder;

• dem Dialog zwischen jüdischen und nicht-jüdischen Sachsen;

• der Integration jüdischer Zuwanderer und Zuwanderinnen;

• der jüdischen Jugend in Sachsen, unter anderem durch Gewährleistung

des jüdischen Religionsunterrichts;

• der Erinnerung an die Schoa;

• der Bekämpfung von Antisemitismus und anderer gruppenbezogener

Menschenfeindlichkeit und Extremismus.

Fotoausstellung „Einblicke – Jüdisches Leben heute in Sachsen“

Jüdisches Leben findet heute in Sachsen zwischen Zuversicht und Sorge statt: zwischen der Hoffnung auf eine gute Zukunft und dem Blick auf gesellschaftliche Spannungen und zunehmenden Antisemitismus. Dazwischen gibt es aber auch viele Momente von Freude, Zusammenhalt und Miteinander. Für die Ausstellung „Einblicke – Jüdisches Leben heute in Sachsen“ haben sich drei renommierte sächsische Fotografen mit jüdischem Leben im Freistaat auseinandergesetzt. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit, aber mit präzisem Blick und Empathie haben sie Menschen, Orte und Momente festgehalten. Ihre Fotografien geben Einblicke in die Vielfalt jüdischen Lebens in Sachsen. Die 40 Fotos und eine Videoinstallation sind vom 8. September bis 23. September 2026 im Bürgerfoyer des Sächsischen Landtags zu sehen – wochentags von 10 bis 18 Uhr, der Eintritt ist frei.

Lehrerkonferenz Antisemitismus Schulen Sachsen Synagoge Dresden Kultuminister Clemens

Handlungssicherheit stärken – Antisemitismus wirksam begegnen

Fachtagung für Lehrkräfte, Schulleitungen und Schulsozialarbeit in Sachsen am 14. September 2026 in Dresden

Antisemitische Vorfälle gehören zunehmend zum Schulalltag. Sie reichen von offenen Anfeindungen über israelbezogenen und verschwörungsideologischen Antisemitismus bis hin zu subtilen Formen der Ausgrenzung. Viele Situationen bewegen sich unterhalb der Strafbarkeitsgrenze – und verlangen dennoch ein klares, pädagogisch fundiertes Handeln.

Wie können Schulen Betroffene wirksam schützen? Wie gelingt es, antisemitischen Äußerungen professionell zu begegnen und zugleich ein demokratisches, respektvolles Schulklima zu stärken?

Diesen Fragen widmet sich die Fachtagung „Handlungssicherheit stärken – Antisemitismus wirksam begegnen.“Sie richtet sich an Lehrkräfte aller Schularten, Schulleitungen, Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter sowie weitere pädagogische Fachkräfte in Sachsen. Dazu laden die Jüdische Gemeinde zu Dresden und der Landesverband Sachsen der Jüdischen Gemeinden am 14. September, von 14 bis 17 Uhr, in das Gemeindezentrum der Jüdischen Gemeinde (Hasenberg 1, Dresden) ein. 

Freuen Sie sich auf hochkarätige Fachimpulse und den Austausch mit Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Beratung, Schule und Verwaltung.

Das Programm

  • Grußwort des Sächsischen Staatsministers für Kultus, Conrad Clemens
  • Fachvortrag von Marina Chernivsky, Gründerin und Geschäftsführerin der Beratungsstelle OFEK
  • Vortrag von Natalija Bock, Ombudsperson der Sächsischen Staatsregierung gegen Diskriminierung an Schulen
  • Moderiertes Podiumsgespräch mit:
    • Dr. Kristian Raum, Schulleiter des Friedrich-Schiller-Gymnasiums Pirna
    • Dr. Mascha Lange, Referentin, Bildungsabteilung Ariowitsch-Haus Leipzig
    • Dr. Ulrike Weißbach, Landesamt für Schule und Bildung

Neben aktuellen fachlichen Erkenntnissen erhalten Sie konkrete Handlungsempfehlungen für den schulischen Alltag und lernen Beratungs- und Unterstützungsangebote kennen. Die Veranstaltung bietet zudem Raum für Vernetzung und Erfahrungsaustausch.

Eine Teilnahme ist sowohl vor Ort als auch online per Videolink möglich.

Besondere Einladung

Im Anschluss an die Fachtagung sind alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer herzlich eingeladen zum Synagogenfest anlässlich des Wiedereinzugs der Jüdischen Gemeinde zu Dresden in Synagoge und Gemeindezentrum am Hasenberg sowie zum Empfang anlässlich „100 Jahre Landesverband Sachsen der Jüdischen Gemeinden“.

In den vergangenen dreieinhalb Jahren fanden in Synagoge und Gemeindezentrum Bauarbeiten statt, um die Sicherheit zu erhöhen. 

Freuen Sie sich auf Grußworte hochrangiger Gäste wie Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer und der Vize-Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland, Mark Dainow, ein Konzert der Neuen Jüdischen Kammerphilharmonie mit Werken verfolgter und verfemter jüdischer Komponisten (Erwin Schulhoff, Alexander Zemlinsky, Felix Mendelssohn, Franz Schreker, Erich W. Korngold) sowie zwei begleitende Ausstellungen zur jüdischen Geschichte und Gegenwart in Sachsen.

Handlungssicherheit stärken – Antisemitismus wirksam begegnen.

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme.

Anmeldung unter sekretariat@jg-dresden.org unter Angabe, ob Sie in Präsenz oder per Videolink teilnehmen möchten. Sie können für die Anmeldung auch diesen QR-Code scannen.

ISRAEL JUDEN 7. OKTOBER MEDIENKRIEG ESTHER SCHAPIRA GEORG HAFNER CHEMNITZ

Der 7. Oktober, die Juden und der Medienkrieg

Chemnitz, 22. April 2026. „Die Medien sind effektiver als Raketen, Flugzeuge und Drohnen, wenn es darum geht, den Feind zum Rückzug zu zwingen und Herzen und Köpfe zu beeinflussen“. Dieses Credo verkündete der damalige iranische Revolutionsführer, Ayatolla Ali Khamenei schon im März 2024. Er ergänzte: „Jeder Krieg ist ein Medienkrieg und wer den gewinnt, gewinnt jeden Krieg“. 

Ist dieser Krieg verloren? Immerhin gab es seit der Shoa nie eine solche Welle an Antisemitismus weltweit, unterfüttert und begleitet von ungezügeltem Hass auf Israel und alle Juden in der Kultur, in den sozialen Medien und in akademischem Gewand an Hochschulen. Welche Verantwortung tragen auch seriöse Medien für diese Entwicklung? Die TV-Journalisten und Publizisten Esther Schapira und Georg M. Hafner beschreiben diesen Medienkrieg und seine verheerenden Folgen für unsere Gemeinschaft – in einem Vortrag mit anschließender Diskussion am 20. Mai 2026, 18 bis 20 Uhr im TIEZ, Moritzstraße 20, Chemnitz. Der Eintritt ist frei, aber nur nach Anmeldung hier möglich.

Esther Schapira war leitende Fernsehredakteurin bei der ARD (Hessischer Rundfunk) und Kommentatorin der Tagesthemen. Schwerpunkt ihrer redaktionellen Arbeit sowie als Filmemacherin und als Autorin sind die Themen Shoa, Rechtsextremismus, Islamismus, Israel und Nahost. Sie ist Trägerin des Elisabeth-Selbert Preises, der Buber-Rosenzweig Medaille und der Theodor-Lessing-Medaille und wurde u.a. mit dem Prix Europa, dem Civis-Preis und beim New York Film Festival ausgezeichnet. Zu ihren ausgezeichneten Filmen gehören „Das Kind, der Tod und die Wahrheit – wer erschoss Mohammed Al Durah?“, „Der Tag als ich ins Paradies wollte“, „Der Tag als Theo van Gogh erschossen wurde“. Seit 2021 ist sie freie Autorin und Moderatorin in Frankfurt a.M.

Georg M. Hafner war seit 1988 leitender Fernsehredakteur bei der ARD und ist Autor zahlreicher Filmdokumentationen, zuletzt des Dokumentarfilms „München 1970 – Als der Terror zu uns kam“. Für seine Filme erhielt er u.a. den Grimme-Preis, den Bayerischen Fernsehpreis, den Prix Europa und den Premios Ondas. Er ist Träger der Buber-Rosenzweig-Medaille. Seit 2013 ist er freier Autor und Publizist in Frankfurt a.M.

Zu seinen Buchveröffentlichungen zusammen mit Esther Schapira gehören u.a. „Die Akte Alois Brunner“ (Campus/Rowohlt), „Das Kind, der Tod und die Medienschlacht um die Wahrheit – Der Fall Mohammed al-Durah“ (Edition Critic 2014), „Israel ist an allem schuld“ (Eichborn/Lübbe 2015). Beide sind regelmäßige Autor*innen der Jüdischen Allgemeinen Zeitung.

Rafael Seligmann Keine Schonzeit für Juden Buchvorstellung Chemnitz Dresden

Rafael Seligmann stellt sein neues Buch in Sachsen vor

Dresden, April 2026. „Keine Schonzeit für Juden – die Antwort eines Betroffenen“, so lautet der Titel des neuen Buchs von Rafael Seligmann. Die Konrad-Adenauer-Stiftung, Bildungsforum Sachsen, holt zusammen mit dem Landesverband Sachsen der Jüdischen Gemeinden K.d.ö.R. den Schriftsteller, Politologen und Historiker nach Sachsen. Am 20. April, 18 Uhr, stellt er sein Buch in der Volkshochschule Chemnitz (Moritzstraße 20) vor. Der Eintritt ist frei, aber nur nach Anmeldung hier möglich. Am 21. April, 18 Uhr, ist er in der Dresdner Dreikönigskirche (Hauptstraße 23) zu Gast. Der Eintritt ist ebenfalls frei, aber nur nach Anmeldung hier möglich. Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme.

Bundesverdienstorden Holocaustüberlebende Renate Aris Chemnitz Gratulation

Landesverband gratuliert der Chemnitzerin Renate Aris zum Bundesverdienstorden

Dresden, 3. März 2026. Die Chemnitzerin Renate Aris ist eine der letzten Holocaust-Überlebenden in Sachsen. Am 3. März wurde sie für ihre Verdienste mit dem Bundesverdienstorden ausgezeichnet. Ekaterina Kulakova, Vorsitzende des Landesverbandes Sachsen der Jüdischen Gemeinden, gratulierte ihr zu der Auszeichnung und würdigte sie mit den Worten:  

Renate Aris mit dem Bundesverdienstorden. Ebenfalls im Bild: Der Chemnitzer Gemeinderabbiner Michael Jedwabny, Landesverbands-Präsidiumsmitglied Elena Gaft und Landesverbandsvorsitzende Ekaterina Kulakova (v.l.)

„Renate Aris widmet ihre Kraft und ihre Zeit mit großem Engagement der Zukunft unseres Landes. Mit bewundernswerter Offenheit sucht sie das Gespräch mit den Menschen – ehrlich, zugewandt und stets im respektvollen Austausch. Diese Begegnungen mit der Holocaust-Überlebenden sind gerade für die junge Generation wichtig. Solche Gespräche schenken Orientierung und stärken das Bewusstsein dafür, wie wichtig es ist, ein demokratisches, gerechtes und lebenswertes Deutschland zu bauen. Ich kenne Renate Aris seit vielen Jahren persönlich und schätze sie sehr. Sie ist ein mutiger, warmherziger und zutiefst engagierter Mensch. Den Landesverband Sachsen der Jüdischen Gemeinden erfüllt es mit großer Freude und Stolz, dass Renate Aris mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet wurde.“

Der Verdienstorden wird vom Bundespräsidenten verliehen, Renate Aris erhielt die besondere Auszeichnung aus den Händen von Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer. Zur Begründung hieß es: „Ein zentraler Pfeiler ihres Wirkens ist ihre jahrzehntelange Tätigkeit als Stimme der Aufklärung. Trotz ihres hohen Alters tritt sie sachsen- und bundesweit in Schulen und Bildungseinrichtungen auf, um jungen Generationen die Gräuel der NS-Zeit authentisch und fundiert zu vermitteln. Als „Brückenbauerin“ und gefragte Ratgeberin in der gesellschaftspolitischen Jugendbildung verleiht sie der Mahnung „Nie wieder ist jetzt“ eine starke, persönliche Stimme. Zudem widmete sie sich intensiv dem Wiederaufbau der Jüdischen Gemeinde Chemnitz und der Integration jüdischer Zuwanderer, insbesondere durch den von ihr mitbegründeten Jüdischen Frauenverein. Renate Aris erwarb sich damit herausragende Verdienste um das Gemeinwohl.“

Kooperation gegen Antisemitismus Landesverband Sachsen der Jüdischen Gemeinden und Hochschule der Sächsischen Polizei

Landesverband Sachsen der Jüdischen Gemeinden startet Workshops gegen Antisemitismus an Polizeihochschule

Dresden, 28. Januar 2026. Das Sächsische Staatsministerium des Innern und der Landesverband Sachsen der Jüdischen Gemeinden haben am 28. Januar einen Kooperationsvertrag zur Bekämpfung von Antisemitismus unterzeichnet. Ziel der Vereinbarung ist eine langfristige und kontinuierliche Zusammenarbeit, um antisemitischen Einstellungen und Straftaten in Sachsen wirksam zu begegnen und jüdisches Leben zu stärken.

Nach der Unterschreibung des Kooperationsvertrags: Landespolizeipräsident Jörg Kubiessa, Landesverband-Vorsitzende Ekaterina Kulakova und ihr Stellvertreter Konstantin Zahariev (von rechts nach links).

Zwischen April und Juni werden zunächst gemeinsam mit dem Dresdner Verein Hatikva und dem Kulturbüro Sachsen zehn ganztägige Workshops an der Hochschule der Sächsischen Polizei (FH) durchgeführt. Diese richten sich an Polizeikommissaranwärterinnen und -anwärter sowie Masterstudierende der Polizei Sachsen. Die Veranstaltungen vermitteln fundierte Kenntnisse zu Formen und Ideologien des Antisemitismus und stärken die Handlungskompetenz der Polizei im Umgang mit Betroffenen.

Die Seminare werden fundierte Kenntnisse zu Wesen, Erscheinungsformen und Ideologien des Antisemitismus vermitteln und die Handlungskompetenz der Polizei im professionellen und sensiblen Umgang mit Betroffenen stärken.

Landespolizeipräsident Jörg Kubiessa sagte dazu: „Der Schutz jüdischen Lebens ist eine wichtige Aufgabe der sächsischen Polizei. Deshalb heben wir mit der neu gefassten Kooperation erfolgversprechende Möglichkeiten für umfangreiche Aus- und Fortbildungsmaßnahmen zwischen Polizei und den jüdischen Gemeinden zur Stärkung der interkulturellen Kompetenzen geschaffen. Mit diesem Schritt unterstreichen wir das gegenseitige Vertrauen und das gemeinsame Verantwortungsgefühl.“

Die Vorsitzende des Landesverbandes Sachsen der Jüdischen Gemeinden, Ekaterina Kulakova, betonte:  „Wenn mir jemand vor zehn Jahren gesagt hätte, dass die Polizei zum Beispiel Weihnachtsmärkte und andere große Feiern so massiv schützen muss, hätte ich das nicht geglaubt. Heute ist das Realität. Ganz kritisch ist die Gefährdung jüdischer Einrichtungen. Eine verständnisvolle und hoch sensible Zusammenarbeit zwischen dem Landesverband Sachsen der Jüdischen Gemeinden und der sächsischen Polizei ist vor diesem Hintergrund sehr wichtig. Durch die Workshops bekommen die angehenden Polizisten nicht nur praktische Unterstützung, sondern auch einen Einblick in das jüdische Leben heute und in die Sorgen der jüdischen Gemeinschaft. Landespolizeipräsident Jörg Kubiessa gilt großer Dank, dass er den Weg der engen Kooperation geht.“

Die neue Kooperation knüpft an das erfolgreiche Projekt „Klug gegen Antisemitismus“ an, das die Polizei Sachsen gemeinsam mit dem Landesverband Sachsen der Jüdischen Gemeinden zwischen 2022 und 2024 umgesetzt hat.

Der Landesverband Sachsen der Jüdischen Gemeinden bringt in die Kooperation bewusst auch eine Betroffenenperspektive ein. Beabsichtigt ist, das Vertrauen jüdischer Bürgerinnen und Bürger in staatliche Institutionen – insbesondere in die Polizei – zu stärken. (Quelle: Gemeinsame Pressemitteilung des sächsischen Innenministeriums und des Landesverbandes Sachsen der Jüdischen Gemeinden)

Erinnerung an Siegmund Rotstein 100 Geburtstag Jüdische Gemeinde Chemnitz Landesverband Sachen

Erinnerung an Siegmund Rotstein

Chemnitz, Dezember 2025. Mit einem Empfang und einem Podiumsgespräch erinnerte die Stadt Chemnitz anlässlich seines 100. Geburtstags an den langjährigen Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde, Siegmund Rotstein (1925 – 2020). Ab 1990 war er auch Vorsitzender des Landesverbandes Sachsen-Thüringen der Jüdischen Gemeinden bzw. später des sächsischen Landesverbandes. Der Chemnitzer Oberbürgermeister Sven Schulze sagte, jüdisches Leben habe seinen festen Platz in der Stadt. Das sei mit der Verdienst von Siegmund Rotstein, dem der Stadtrat 2007 die Ehrenbürgerschaft zuerkannt hatte. Am Podiumsgespräch nahmen Siegmund Rotsteins Tochter, Marion Rotstein, Holocaustüberlebende Renate Aris, der frühere Chemnitzer Oberbürgermeister Peter Seifert und der Historiker Jürgen Nitsche teil. Sie würdigten den Holocaustüberlebenden, der aus dem Ghetto Theresienstadt nach Chemnitz zurückkehrte und ab 1952 vier Jahrzehnte lang die Jüdische Gemeinde leitete.